IHK Ostwürttemberg

Einstiegsqualifizierung (EQ) - Azubi auf Probe

Was ist eine Einstiegsqualifizierung?

Betriebliche Einstiegsqualifizierungen mit IHK-Zertifikat sind Türöffner in Ausbildung oder Beschäftigung. Sie richten sich an Jugendliche, die noch nicht reif für eine klassische Ausbildung sind. Für Unternehmen sind die "EQs" eine weitere Option, Talente zu entdecken.

 

Ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Menschen sollen ein Angebot erhalten, wenn sie nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen im Herbst keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Das Potenzial dieser Jugendlichen ungenutzt zu lassen, kann nicht im Sinne von Wirtschaft und Gesellschaft sein. Das Ziel der betrieblichen Einstiegsqualifizierung mit IHK-Zertifikat heißt: Potenziale erschließen durch den Einstieg in Ausbildung und Arbeit.
Jugendliche erhalten mit der Einstiegsqualifizierung die Möglichkeit, in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. Die Einstiegsqualifizierung dient als Türöffner für Ausbildung und Beschäftigung.

Was müssen Unternehmen wissen und tun?

  • Das Unternehmen schließt mit den Jugendlichen einen Vertrag über die Einstiegsqualifizierung und reicht diesen bei der zuständigen Stelle (IHK) ein.
  • Der Arbeitgeber trägt die Sach- und Personalkosten der EQ sowie den Beitrag an die Berufsgenossenschaft.
  • Die Höhe der EQ-Vergütung entspricht mindestens der Höhe des Förderbetrags der Agentur für Arbeit. Dies beträgt zur Zeit (08/2016) monatlich 231 Euro.
    Die vertraglich festgelegte Vergütung wird vom Betrieb monatlich ausbezahlt, unabhängig davon, ob die EQ gefördert wird. Eine Pflicht zur Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns besteht nicht.
  • Die EQ ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Hierzu erhält der Arbeitgeber von der Agentur für Arbeit oder dem jeweiligen Jobcenter einen pauschalierten Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Dieser Betrag wird jährlich neu berechnet. Nähere Auskunft erteilt Ihnen der Arbeitgeber-Service Tel. 0800/4555520. Zum Förderantrag der Agentur für Arbeit.
  • EQ-Inhalte: Betrieb und Berufsschule verpflichten sich, erste Ausbildungsinhalte eines anerkannten Ausbildungsberufes zu vermitteln. Die Inhalte für die jeweilige Einstiegsqualifizierung sind in einer sachlichen Gliederung festgelegt.
  • Pflichten: Die EQ-Praktikanten verpflichten sich regelmäßig und pünktlich zur "Arbeit" zu kommen und zuverlässig und kooperativ mitzuarbeiten. Sie werden vom Betrieb unter Anleitung in den täglichen Arbeitsprozess integriert. Im Krankheitsfall gelten die gleichen Regeln wie für die anderen Arbeitnehmer des Betriebes.
  • Falls für den EQ-Teilnehmer bzw. der EQ-Teilnehmerin noch Berufsschulpflicht besteht, muss diese erfüllt werden. Hierbei ist der Besuch einer entsprechenden Fachklasse anzustreben, da dies die Übernahmechancen in eine Ausbildung erheblich verbessert.
  • Im besonderen Fall kann die EQ auf eine anschließende adäquate Berufsausbildung mit maximal 6 Monaten angerechnet werden. Daher sollte schon während der EQ-Maßnahme geprüft werden, ob nach sechs Monaten das EQ-Vertragsverhältnis in ein offizielles Berufsausbildungsvertragsverhältnis umgewandelt werden kann. Eine IHK-Ausbildungsberechtigung muss hierzu vorhanden sein.
  • Für EQ-Teilnehmerinnen und Teilnehmer können im Bedarfsfall ausbildungsbegleitende Hilfen (Nachhilfe) gewährt werden.
  • Der EQ-Betrieb stellt am Ende der Einstiegsqualifizierung ein betriebliches Zeugnis aus.
  • Die IHK erstellt auf Antrag ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme der EQ aus, das den Übergang in eine spätere Ausbildung oder Berufstätigkeit erleichtert.
Die gesetzlichen Grundlagen zur Einstiegsqualifizierung finden Sie auf der Website des Bundesjustizministeriums unter www.gesetze-im-internet.de.