Infos und Hinweise

Umschulung: Voraussetzungen und Form

Eine Umschulung soll nach § 1 Abs. 5 Berufsbildungsgesetz (BBiG) zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen. Die Umschulung ist somit eine Möglichkeit, sich für einen neuen Beruf zu qualifizieren, wenn der bisherige nicht mehr ausgeübt werden kann. Bei der Durchführung von Umschulungen ist darauf zu achten, dass die besonderen Erfordernisse der beruflichen Erwachsenenbildung berücksichtigt werden.

Voraussetzung für Umschüler

Eine Umschulung setzt begrifflich voraus, dass der Umzuschulende vor Beginn der Umschulung anderweitig beruflich tätig gewesen ist. Diese berufliche Tätigkeit kann zum Beispiel als Arbeiter, Angestellter oder auch in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis stattgefunden haben und soll in der Regel mindestens ein Jahr angedauert haben. Wenn jemand jedoch ohne vorherige Berufspraxis direkt im Anschluss an eine Berufsausbildung eine Umschulung beginnen möchte, so liegt keine Umschulung sondern eine Zweitausbildung vor.

 

Formen der Umschulung

1. Die betriebliche Einzelumschulung wird, wie bei einer klassischen Berufsausbildung, individuell in einem ausbildungsberechtigten Unternehmen durchgeführt. In der Regel wird auch die Berufsschule besucht.

2. Die Gruppenumschulung findet bei einem Bildungsanbieter / Bildungsträger statt, der dafür Gruppen zusammenstellt. Die Teilnehmenden haben hierbei einen geringeren betrieblichen Bezug und besuchen auch nicht die Berufsschule.
Potenzielle Umschüler werden meist durch Arbeitsagenturen oder Jobcenter betreut und beraten. Diese entscheiden, ob eine Umschulung aus ihrer Sicht sinnvoll und zielführend ist und ob diese gefördert wird. Die IHK ist an dieser individuellen Eignungsfeststellung nicht beteiligt.
Sprechen gesundheitliche Gründe für eine Umschulung, so kann auch die zuständige Krankenkasse oder die Rentenversicherung eine Umschulung bewilligen.

Wenn feststeht, dass eine Umschulung finanziert wird, müssen die zukünftigen Umschüler sich Gedanken machen, ob eine betriebliche Einzelumschulung oder eine Gruppenumschulung für sie das Richtige ist.

Voraussetzungen für betriebliche Umschulungen

Betriebe, die eine Umschulung prakitsch durchführen möchten, müssen für den gewünschten Beruf als Ausbildungsbetrieb anerkannt sein. Im Bereich “Ausbildungsbetrieb werden – Ausbilder benennen” erfahren Sie Näheres zu den Voraussetzungen. Zwischen Umschulenden und Umzuschulenden muss ein Umschulungsvertrag geschlossen werden. Der/die Umschüler/in besucht die Berufsschule.

Überbetriebliche Umschulung bei einem Bildungsträger

Eine Umschulung ist nicht nur in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb möglich. Auch privatwirtschaftliche Bildungseinrichtungen (Bildungsträger) können in entsprechenden Bildungsgängen auf den Abschluss vorbereiten. So übernehmen diese die Funktion des Ausbildungsbetriebes (auch durch zusätzliche betriebliche Praktikumsphasen) und der Berufsschule.
Die Rahmenbedingungen von trägergestützen Umschulungen sind durch die Richtlinien der Industrie- und Handelskammern Baden-Württemberg vorgegeben.

Dauer der Umschulung

Aufgrund der beruflichen Erfahrungen sowie der zu erwartenden Leistungsbereitschaft der Teilnehmer, beträgt die Umschulungsdauer in der Regel 2/3 der regulären Ausbildungsdauer eines Ausbildungsberufs. Um die Umschulungsdauer optimal nutzen zu können, empfiehlt die IHK, das vertragliche Ende des Umschulungsverhältnisses in die Prüfungszeiträume zu legen (Sommerprüfung im Juli, Winterprüfung Januar/Februar).

Ausbildungsnachweis / Berichtsheft / Zwischenprüfung / Abschlussprüfung

Die Pflicht zur Führung von Ausbildungsnachweisen durch den Umschüler/ die Umschülerin ist in der Prüfungsordnung der IHK Ostwürttemberg  vom 6. Sept. 2016 geregelt:
§ 8 Zulassungsvoraussetzungen für die Abschluss- und Umschulungsprüfung
(1) Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen (§ 43 Abs. 1 BBiG),
1. wer die Ausbildungszeit zurückgelegt hat oder wessen Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet,
2. wer an vorgeschriebene Zwischenprüfungen teilgenommen sowie vorgeschriebene schriftliche Ausbildungsnachweise geführt hat.

Umschulung im IHK-Bildungszentrum in Aalen