Chance und Herausforderung

Ausbildung: Willkommenskultur im Betrieb

Der Eintritt in die Arbeitswelt mit all den ungewohnten Abläufen und Anforderungen bedeutet für die jungen Menschen eine große Veränderung. Für den Ausbildungsbetrieb ist es sowohl Chance wie auch Herausforderung, einen „Wohlfühlort“ zu bieten. Das Gefühl des „Dazugehörens“ ist für die innere Bereitschaft sich zu engagieren von hoher Bedeutung. Auszubildende brauchen das Gefühl, in ihrem Betrieb willkommen zu sein und als Teammitglied ernst genommen zu werden.
Eine gelebte Willkommenskultur trägt dazu bei, dass:
  • sich Auszubildende und Belegschaft im Unternehmen wohlfühlen
  • die Integration von Azubis leichter gelingt
  • Azubis auch nach der Ausbildung gerne im Unternehmen bleiben
  • Azubis bessere Leistungen bringen
  • Auszubildende seltener krank sind
  • das öffentliche Ansehen des Betriebes erhöht wird

 Vor dem Ausbildungsbeginn

  • Zur Checkliste „Der erste Ausbildungstag
  • Innerbetriebliche Informationskanäle:
    Nutzen Sie doch auch die Möglichkeit bspw. mit einer "E-Mail an ALLE“ oder einer Info in Ihrer Mitarbeiterzeitung auf die neuen Auszubildenden hinzuweisen. Und wer liest sich nicht gerne selbst und fühlt sich angekommen…
    Textbeispiel 1: Herzlich willkommen!
    Das neue Ausbildungsjahr hat am Datum angefangen und wir freuen uns sehr fünf neue Auszubildende (Namen) in unserem Unternehmen begrüßen zu dürfen. Für ihren Start in einen neuen Lebensabschnitt wünschen wir viel Spaß und Erfolg.
    Textbeispiel 2: Wir sind stolz darauf, in diesem Jahr fünf junge Menschen ausbilden zu können und stellen für unser Unternehmen hiermit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Lernen Sie die Auszubildenden bei deren Hausrundgang am Datum persönlich kennen.
  • Informieren Sie den Auszubildenden vorab:
    - wann und wo er/sie am 1. Tag sein soll?
    - was erwartet ihn/sie am ersten Tag?
    - welche Verpflegungsmöglichkeiten gibt es im oder außerhalb des Betriebes?
    - welche Arbeitskleidung ist erforderlich?
    - usw.
So können sich Auszubildende optimal auf ihren ersten Tag im Betrieb vorbereiten.

Erster Tag im Unternehmen

  • Begrüßung des Auszubildenden durch die Ausbildungsverantwortlichen
  • Vorstellung „Ablauf erster Tag“
  • Ausbildungsverlauf der nächsten Tage/Wochen
  • Rundgang durchs Haus – wo finde ich was, wer ist wer
  • Vorstellung der Geschäftsleitung
  • Kommunikationsformen/-regeln im Betrieb
  • Kennenlerntage im Unternehmen
  • Evtl. Einführungsseminar im Betrieb oder über die IHK (Azubi-Akademie)
  • Treffen/Austausch mit den anderen Azubis des Unternehmens (Ausbildungsnachweise, Abläufe, Erfahrungen…)
  • Evtl. einen persönlichen "Azubi-Paten“ zur Seite stellen
  • Einweisung am Arbeitsplatz
  • Besprechung wichtiger Betriebsregeln (Arbeitsschutz, Betriebsordnung, Internetnutzung, Datenschutz, usw.)
  • Am Ende des Tages: Feedback-Runde

Und was sollten Sie sonst noch beachten?

  • Pflegen Sie einen freundlichen Umgangston und eine offene Kommunikation in Ihrem Unternehmen.
  • Begeisterung ist ansteckend – nur wenn Sie und Ihr Ausbildungspersonal voll hinter dem Unternehmen und Ihrem Beruf stehen, können Sie dies auch von ihren Auszubildenden erwarten.
  • Motivieren Sie Ihre Auszubildende durch Lob und Anerkennung für erbrachte Leistungen.
  • Sprechen Sie Fehler offen an und geben Sie praktische Tipps und Hinweise zur Verbesserung. So schaffen Sie eine Vertrauensbasis die Ihnen die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erleichtert.
  • Klare Regeln (z.B. Betriebsordnung/Hausordnung) erleichtern den Auszubildenden eine Orientierung und geben Sicherheit für das Verhalten.
  • Betrachten Sie auch mal die Dinge aus der Sicht Ihrer Azubis – Jugendliche "ticken" heute anders als früher. Es ist trotz vieler Veränderungen nicht leichter geworden, seinen Platz in Arbeit und Beruf zu finden.