Zwischenbilanz des Neubaus in Aalen

Modernstes Bildungszentrum: im Zeit- und Kostenplan

Mit einem Volumen von rund 19 Mio. Euro, das zu 75 Prozent von Bund und Land gefördert wird, entsteht in Aalen das modernste Bildungszentrum für die überbetriebliche Ausbildung im weiten Umkreis. Die Abläufe für den Umzug werden bereits geplant, ebenso wie die für den 9. Dezember 2017 terminierte Einweihung.

Herausforderung

„Ein herausforderndes Projekt“, nennt Christoph Baur den Neubau des IHK-Bildungszentrums in Aalen. Die AGW Architektengruppe Wittmann aus Heidenheim, wurde von den Stuttgarter Architekten Tusker und Ströhle mit der örtlichen Bauleitung beauftragt. Architekt Baur ist laufend auf der Baustelle und koordiniert, überprüft sowie steuert die Abläufe und den Baufortschritt.
 Nach den bauvorbereitenden Arbeiten ab Mai 2016 wuchs das Gebäude bis Ende letzten Jahres schnell zu seiner stattlichen Größe. Bereits am 18. November 2016 konnte mit allen bis dahin beteiligten Firmen am Rohbau das Richtfest gefeiert werden. Noch vor Weihnachten konnte das Gebäude dicht und winterfest gemacht werden. Baur: „So konnte direkt nach dem Jahreswechsel mit dem Innenausbau begonnen werden. Hierzu zählen vor allem die Rohinstallation für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro.“

Firmen aus der Region zum Zug gekommen

Vergeben wurden die Aufträge nach jeweils europaweiten Ausschreibungen. Notwendig machte dies die finanzielle Unterstützung von Land und Bund, die eine Realisierung des Projekts erst ermöglichte. Baur: „Erfreulich ist dabei, dass eine ganze Reihe an Firmen aus der Region zum Zug gekommen sind. Damit bleibt die Arbeit in der Region und wir haben den großen Vorteil durch unsere persönlichen Kontakte bei der Koordination und der Zusammenarbeit. Denn, auch dies weiß der Architekt und Bauleiter: „In der aktuellen Bauhochkonjunktur ist es nicht zu vermeiden, Terminverschiebungen bei den einzelnen Firmen zu koordinieren. Dies trifft immer dann besonders zu, wenn zwischen den einzelnen Gewerken starke Abhängigkeiten bestehen. Die Herausforderung besteht darin, den Gesamtterminplan nicht zu gefährden.“
Durchschnittlich sind derzeit rund 50 Arbeiter auf der Baustelle. Anfang Mai 2017 konnten die Estricharbeiten abgeschlossen werden. Aktuell w
erden die Systemtrennwände montiert. Damit sind dann die Räume geschaffen und man kann deren einzelne Funktionalitäten erkennen. Anfang Juni wird mit der Gestaltung der Außenanlagen begonnen. Dazu wird vor allem der vor Ort gelagerte Bauaushub am Gebäude eingebracht. Danach werden Plätze und Wege befestigt, parallel dazu entstehen rund 60 Parkplätze.
Mit zwei Ladestationen wird der kommenden Elektromobilität Rechnung getragen.
Schließlich erfolgt der Bau der rund neun Meter breiten Freitreppe zum Haupteingang.

Lichtdurchflutet

Entsprechend dem technischen Charakter des Gebäudes wird laut Baur im Innenausbau fast überall eine Industriebodenbeschichtung aufgebracht. Anspruchsvoll ist die
Ausführung des Schallschutzes. Hierzu werden in den Werkstätten und Seminarräumen abgehängte Baffeln, in Reihen aufgehängte Schaumstoffelemente und im Foyer Linearrasterdecken aus Metall eingesetzt. Diese werden auch für die gesamte Innengestaltung prägend sein.
Für Architekt Baur lässt der Bauzustand jetzt immer mehr die Entwurfsgedanken und Pläne d
er Architekten erkennen. „Sehr markant ist der offene Charakter des gesamten Bauwerks, um auf die große Gebäudetiefe zu reagieren und den Baukörper mit Licht zu durchfluten. Damit sollen ideale Lehr- und Lernbedingungen geschaffen werden.“ So verfügt das Haus in der Eingangsebene über ein sehr großes Oberlichtband mit einer Länge von insgesamt 38 Metern. Die Offenheit zeigt sich auch an den Werkstatträumen mit deren raumhoher Verglasung und weiteren Dachoberlichten. Eine Klimatisierung wird es im Neubau jedoch nicht geben. Dafür werden die Räume intelligent mit kühlerer Nachtluft über die Fassaden und Dachoberlichter be- und entlüftet.
Für Wiedererkennungswert und – im wahrsten Sinn des Wortes – Ausstrahlung wird das äußere Erscheinungsbild des Bauwerks sorgen. Denn die geschlossenen Fassadenteile oben am Gebäude werden mit einem strahlend weißen Streckmetall verkleidet, die Dachflächen werden begrünt sein.

Eröffnung am 9. Dezember 2017

Spannend wird für den bauleitenden Architekten der Architektengruppe Wittmann auch der Umzug werden. In einem knappen Zeitfenster wird aus dem bestehenden Bildungszentrum umgezogen. Entsprechend dem neuen Ausbildungskonzept kommt jedoch noch eine ganze Reihe an neuen Maschinen und Ausstattung für die Seminarräume und die Werkstätten hinzu. Geplant sind hierfür zwei Wochen im November, um bis zur Eröffnung am 9. Dezember alles unter Dach und Fach zu haben. Baur abschließend: „Es bleibt spannend, aber aus heutiger Sicht sind wir mehr als zuversichtlich, den Termin- und Kostenplan auch bis zum Schluss zu halten.“

 Technische Daten

Grundflächeca. 3.375 m²
Nutzflächeca. 3.625 m²
Dachflächeca. 3.375 m²
Dach-Oberlichterca. 450 m²
Bruttorauminhaltca. 24.600 m³
 
"Als anerkannte DVS Kursstätte, als Autodesk-Trainings-Center und Lizenznehmer der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) erfüllen wir die hohen geforderten Qualitätstandards im Bildungsbereich."
„Sehr markant ist der offene Charakter des gesamten Bauwerks, um auf die sehr große Gebäudetiefe zu reagieren und den Baukörper mit Licht zu durchfluten. Damit sollen ideale Lehr- und Lernbedingungen geschaffen werden.“
"Unser Zukunftsprojekt in und für Ostwürttemberg geht auf die Zielgerade. Wir legen ein stärkeres Augenmerk auf die Verzahnung von Technik und Daten. Damit schafft der Neubau als künftiges Zentrum für Aus- und Weiterbildung vielfältige Möglichkeiten, das Thema Lernen und Bildung in der Breite zu erfassen."
Stand: Mai 2017