IHK Ostwürttemberg

Gmünder Forum Elektromobilität

Das „Gmünder Forum Elektromobilität“ bietet Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine Plattform, sich branchen- und technologieübergreifend über den Stand der Elektromobilität zu informieren und auszutauschen.
Vergangene Veranstaltungen
  1. Schwäbisch Gmünd baut seine Vorreiterrolle in der Elektromobilität weiter aus. Beim „5. Gmünder Forum Elektromobilität“ am 19. September 2017 platzte der Leutze-Saal im Congress Centrum Stadtgarten mit weit über 200 Besuchern aus den Nähten. Nicht nur Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, sondern zahlreiche Bürger informierten sich über den Wandel in der Mobilität mit Interesse fuhren sie Elektroautos der BMW-Group und der Lorcher Aradex AG Probe, inspizierten die E-Modelle der Autohäuser Baur, Hosch, Mercedes Benz, Mulfinger, Wagenblast und Schramel, informierten sich über Carsharing oder über Aktivitäten der Gmünder Stadtwerke bezüglich Ladeinfrastruktur.
    Bei der von Peter Schwierz, Chefredakteur des E-Mobilitätsdienstes electrive.net, moderierten Begrüßung sagte Richard Arnold „dass Gmünd schon 2011 in Sachen E-Mobilität aktiv wurde, als andere noch darüber lächelten. Der OB verwies darauf, dass Gmünd bereits 30 Ladepunkte habe, Projekte wie E-Pendler und E-Carsharing durchführe und durch die Technische Akademie ein Top-Weiterbildungsstandort sei. „Wir werden im nächsten Frühjahr ein vollautomatisches Fahrrad- und Pedelecverleihsystem auf die Beine stellen, das als RegioRad Stuttgart bei der Remstal-Gartenschau 2019 zu einem wichtigen Mobilitätsinstrument wird“, kündigte Arnold an. IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle versicherte, „dass die Unternehmen der Region die Chancen der E-Mobilität bezüglich Material, Vernetzung und Logistik nutzen und dafür sorgen werden, Fahrverbote künftig zu vermeiden.“ Bund und Land müssten die Aktivitäten aber unterstützen. „Mit Verboten erreicht man nichts“, postulierte OB Richard Arnold, es müssten Anreize geschaffen werden. Rainer Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke, forderte eine „intelligente Nutzung von neuen Mobilitätsmodellen“ und bat um Verständnis, „dass sich unsere nachhaltigen Investitionen in die Infrastruktur auch betriebswirtschaftlich rechnen müssen. Deshalb können wir den Strom nicht weiterhin zum Nulltarif an den Ladestationen abgeben“. MbB Norbert Barthle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sieht „Handlungsbedarf im Verkehrsbereich, nicht nur wegen der Diesel-Debatte“. Die CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs seien seit 2007 nur um durchschnittlich 0,7 Prozent gesunken, so könne der Klimaschutzplan der Bundesregierung (40 Prozent bis 2030) nicht erfüllt werden. Notwendig seien eine „technologieoffene Diversifizierung und die Elektrifizierung der Mobilität und keine Verbote“. Dazu brauche man elektrische Antriebe und die Versorgung des Verkehrssektors mit Erneuerbaren Energien, entweder mit Batterie- oder mit Brennstoffzellenautos. Für die SUVs, die 75 Prozent der Emissionen verursachen, fordert Barthle Brennstoffzellenantriebe, der Bund unterstütze den Auf- und Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur. Bei der batterieelektrischen Elektromobilität habe der Bund ein 300-Millionen-Euro-Programm für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur gestartet. „Baden-Württemberg und die Stadt Gmünd spielen dabei eine wesentliche Rolle“; freute sich Barthle. SPD MdL Peter Hofelich aus Salach forderte einen „strategischen Dialog in der Automobilwirtschaft“. Die aktuelle Diesel-Konfrontation sei nicht hilfreich. Bei den E-Mobilitäts-Förderungen des Landes müsse der branchenübergreifende Dreiklang von Forschung, Herstellung und Anwendung das Ziel sein. Einer Konfrontation von Verbrennern zu Elektroantrieben erteilte Hofelich eine Absage. Aufmerksam verfolgten die Besucher die Diskussionsrunde mit Michael Meurer (BMW), Eric Küppers (TE Global Automotive), Dr. Wolfgang Rimkus (Hochschule Aalen), Johannes Pallasch (NOW GmbH), Svenja Seelinger (TU Darmstadt) und Eberhard Ilg (Firma ELWEMA, Ellwangen).
    Quelle: Winfried Hofele, Gmünder Tagepost  
  2. Es müssen noch mehr werden – wie ein roter Faden zog sich dieser Appell durch das Forum für  Elektromobilität im Stadtgarten: Mehr Initiativen und mehr Förderung, um die Menschen für Elektroautos zu begeistern. Aber auch mehr Ladestationen – und natürlich mehr Käufer solcher Fahrzeuge.
    Eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020? Angesichts von derzeit bundesweit gerade mal 30 000 scheint dieses Ziel sehr hochgesteckt. Sowohl in politischen Statements zu Beginn, aber auch im Rahmen der Podiumsdiskussion wurden Wege und Strategien angesprochen, wie man diese ehrgeizige Herausforderung meistern kann. So unterschiedlich die Blickwinkel und Ansätze der Gesprächsteilnehmer auch waren – sie alle einte der gemeinsame Glaube an die Elektromobilität als nachhaltige Art des Autofahrens. Auch das Bestreben, die Elektromobilität nach Kräften zu fördern, war ein gemeinsamer Nenner von Moderator Peter Schwierz (Chefredakteur bei elektrive.net), Marcus Wagner (Projektleiter für Nachhaltigkeit bei SAP Deutschland), Bernd Stark (Geschäftsführer der Stark Gummiwalzen GmbH und begeisterter Fahrer von Elektroautos), Dr. Elisabeth Dütschke (Projektleiterin für Energietechnologien und Energiesysteme im Fraunhofer-Institut), Frank Christian Hinrichs (Geschäftsführer des Berliner Startups „Inno2Grid“), Peter Siegert (Mitsubishi Deutschland) und Jürgen Schenk (Leiter für e-Drei-Systemintegration bei der Daimler AG).
    Die Eröffnung der Veranstaltung oblag dem Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold, der darauf abhob, dass die Stauferstadt neben ihren Traditionen und ihrer Rolle als Standort des produzierenden Gewerbes auch in Sachen Innovation viel zu bieten habe. Der OB nannte diesbezüglich als Beispiel den Studiengang „Internet der Dinge“ und erinnerte daran, dass man schon 2011 die Fühler ausgestreckt habe, um in Sachen Elektromobilität ein Vorreiter zu werden. Diesem Anspruch werde Gmünd als eine der vier Modellkommunen für Elektromobilität in Baden-Württemberg auch durch praktisches Handeln gerecht. Viele städtische Dienstwagen rollen laut Arnold mit Elektromotoren über die Straßen, und der Kommunale Ordnungsdienstes patrolliere auf elektrisch angetriebenen „Segways“ durch die Innenstadt. „Wenn der Gemeinderat es mir genehmigen würde, hätte ich sofort ein Elektroauto!“, unterstrich der Oberbürgermeister sein Faible für diese moderne Technologie. Nicht ohne Stolz verwies der OB auf die vielen Ladestationen an 13 Standorten in Gmünd. Damit liege man, im Verhältnis zur Einwohnerzahl sogar gleichauf mit der Landeshauptstadt. Und in Gmünd gebe es auch einen „Triple-Charger“, der in nur 20 Minuten die Batterien wieder auf volle Kapazität bringen können. Ein dickes Lob adressierte das Stadtoberhaupt an die Stadtwerke. „Während andere zögerten, sind die Gmünder Stadtwerke voran gegangen – obwohl sie derzeit auf diesem Sektor noch kein Geld verdienen können!“ Darüber hinaus erwähnte Richard Arnold das mobile Schulungszentrum für Elektromobilität der Technischen Akademie in Gmünd.
    Anstelle des erkrankten Verkehrsministers Winfried Herrmann sprach Christoph Erdmenger. Er gab zu, dass er vor Jahren als Mitarbeiter des Bundesumweltamts noch kritische Kommentare zur Elektromobilität verfasst habe, inzwischen aber völlig davon überzeugt sei. Man bringe eine neue Technologie voran, in dem man zeige, dass sie funktioniert. Dies sei geschehen; aber nun müsse man die Elektromobilität auch in die Breite bringen. Sprich viele Menschen sollen diese Technik nutzen. Im Land Baden-Württemberg, wo etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung leben, rollen immerhin schon 20 Prozent der deutschen Elektroautos. Die Landesregierung habe zudem ein großes Interesse daran, dass auch die heimische Autoindustrie am Aufschwung der Elektromobilität partizipiere, versicherte der Repräsentant des Landesverkehrsministeriums. Wie andere Redner gestern Abend auch ging Erdmenger auf das Reichweiten-Problem ein. Es müsse sichergestellt werden, dass man nicht weiter als zehn Kilometer bis zur nächsten E-Tankstelle fahren müsse. Angesichts dessen, dass die meisten Fahrten im Alltag nicht weiter als 30 Kilometer gehen, müsse man aber weniger über die Reichweiten, sondern mehr über die Preise sprechen. Um mehr Autokäufer für die Elektromobilität zu begeistern, müssten solche Fahrzeuge deutlich billiger sein und zudem von Autohäusern genauso enthusiastisch beworben werden wie schnittige Sportwagen.
    MdB Norbert Barthle (Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur) machte deutlich, dass sich im Vergleich zum Vorjahr schon viel getan habe. In der Bevölkerung werde nun über das Thema „Elektromobilität“ gesprochen und die Bundesregierung sorge für staatliche Förderung. Und zwar technologieoffen und für alle Arten des Verkehrs. „Es ist unser Ziel, dass Deutschland der Leitmarkt und der Leitanbieter für Elektromobilität wird!“ Deshalb habe der Bund in den letzten Jahren rund vier Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung dieser Technologie investiert. Kaufprämien und Steuervorteile sollen darüber hinaus dazu beitragen, dass Elektroautos für Käufer attraktiver werden. „Wir hoffen, dass viele Unternehmen mit ihrem Fuhrpark darauf einsteigen!“, so Barthle, der selbst sowohl in Berlin als auch in seinem Wahlkreis die Elektromobilität in Gestalt eines Hybrid-Fahrzeugs nutzt. Damit sich diese Form des Fahrens in großem Stil durchsetzen könne, sei eine möglichst flächendeckende Infrastruktur nötig. Mit Hilfe von staatlicher Förderung sollen deshalb schon bald auf deutschen Autobahnen alle 30 Kilometer Ladesäulen vorhanden sein.
    Daimler-Repräsentant Jürgen Schenk erinnerte daran, dass es beim Siegeszug des Automobils in den 30er-Jahren auch ein wichtiges Thema war, wo man Benzin tanken könne. „Von Berlin nach Hannover funktioniert es schon!“, sagte Moderator Peter Schwierz auf der Basis eigener Erfahrung und ist überzeugt, dass der Dieselskandal zum „Turbolader der Elektromobilität“ werden könnte. Bernd Stark erzählte, dass sein Unternehmen die verschiedensten Modell auf dem Parkplatz habe und die Mitarbeiter angehalten seien, für Fahrten möglichst ein Elektroauto zu nutzen. Ähnlich äußerte sich auch Marcus Wagner von SAP. Er zeigte sich überzeugt, dass sich der Einsatz von Elektrofahrzeugen für ein Unternehmen mittel bis langfristig sogar finanziell auszahlt. Wichtig sei, dass Führungskräfte im Unternehmen mit gutem Beispiel voran gehen. Wissenschaftlerin Dr. Elisabeth Dütschke bedauerte, dass Frauen derzeit noch nicht so begeistert von Elektrofahrzeugen seien. Man müsse bei der Vermarktung sehr genau auf das Nutzerprofil achten, damit Käufer das Gefühl haben, dieses Auto passe zu ihnen. „Das Ganze muss für die Nutzer ohne großen Aufwand funktionieren“, formulierte Frank Christian Hinrichs eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich Elektroautos auf dem Markt durchsetzen. Der Repräsentant des Herstellers Mitsubishi räumte ein, dass der Absatz von Hybrid-Fahrzeugen leider nicht so laufe, wie man das sich wünsche. Ein Ansatz sei deshalb, die demographische Entwicklung zu beachten und gezielt Modelle anzubieten, die den Bedürfnissen von Senioren gerecht werden.
     
    Quelle: Rems Zeitung – Gerold Bauer
  3. Das zweite Gmünder Forum E-Mobilität am Montag, den 15. September im Congress Centrum Stadtgarten gab Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Gelegenheit, sich zum Thema Elektromobilität auszutauschen. Prof. Dr.-Ing. Markus Kley, Dekan der Fakultät Maschinenbau und Werkstofftechnik, Hochschule Aalen, leitete in einer Podiumsdiskussion eine Runde von versierten Experten.
    Dass die E-Mobilität in der Modellkommune Schwäbisch Gmünd nicht zuletzt über das Projekt EMiS Fahrt aufnimmt, ist mittlerweile wohlbekannt. Wie gut die Wirtschaft in der Region in dem Bereich aufgestellt ist, ist bislang aber der breiteren Öffentlichkeit nicht bekannt. Gemeinsam mit der Hochschule Aalen – Technik und Wirtschaft – wird mit dem Gmünder Forum Elektromobilität eine Plattform geboten, sich branchen- und technologieübergreifend zur Elektromobilität zu informieren und auszutauschen.
    Nach der erfolgreichen gemeinsamen Veranstaltung im Oktober des vergangenen Jahres stand schnell der Beschluss der Initiatoren um die IHK Ostwürttemberg, Stadtverwaltung und den Stadtwerken Schwäbisch Gmünd, das Angebot an Experten und interessierten Bürgern zu erneuern. Im letzten Jahr besuchten rund 40 Interessierte das erste Forum, gleichwohl es seinerzeit noch unter anderem Namen firmierte.
    Und schon kurz bevor die Einladung zum zweiten Forum überhaupt rausging, lagen die ersten Anmeldungen zu der Veranstaltung im Stadtgarten vor und auch insgesamt ist das Interesse groß. In der spürbar höheren Resonanz zum jetzigen zweiten Forum sehen die Veranstalter ihr Konzept bestätigt. „Wir freuen uns über das gestiegene Interesse. Es zeigt uns auch, dass der mit dem Forum geförderte interdisziplinäre Austausch über Entwicklungen und Erfahrungen entscheidend ist, um die Elektromobilität weiter voranzubringen“, sagt Peter Schmidt, Innovationsberater der IHK Ostwürttemberg.
    Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Kley, Studiendekan der Hochschule Aalen, gaben versierte Experten aus der Elektromobilität Einblick in das Themengebiet. Kann die Bundesregierung das gesteckte Ziel erreichen? Wo steht Schwäbisch Gmünd? Wie funktioniert das Laden? Wie benutzerfreundlich ist die E-Mobilität? Mit welchen Neuerungen ist zu rechnen? Wann kommt der Durchbruch bei der Reichweite? Diese und viele andere Fragen wurden Frank Zimmermann, Leiter Produktmanagement smart Daimler AG, Thomas Vetter, Vorstandsvorsitzender der Aradex AG, Dr. Robert Hentschel, Geschäftsführer Ricardo Deutschland GmbH, Franz Loogen, Geschäftsführer, Landesagentur e-mobil BW GmbH, sowie Dr. Mark Steffen Walcher, Geschäftsführer smartlab Innovationsgesellschaft mbH, gestellt. Alle fünf zeigen sich voll des Lobes angesichts der Aktivitäten in Gmünd im Allgemeinen und der Veranstaltung im Besonderen.
    Schwäbisch Gmünd ist eine von drei Modellkommunen des Landes Baden-Württemberg für die Elektromobilität. Die Stadt hat gemeinsam mit seinen Stadtwerken in den letzten Jahren im großen Stil Ladeinfrastruktur aufgebaut, den Bürgerinnen und Bürgern durch Aktionen und Veranstaltungen, wie beispielsweise dem e-Pendler-Projekt, näher gebracht und nutzt die Elektromobilität in vielen Bereichen bereits ganz alltäglich. Hinzu kommt, dass in Ostwürttemberg zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen an den Zukunftstechnologien für Elektrofahrzeuge forschen und entwickeln.