DIHK: Preisspirale noch lange nicht durchbrochen

Stromabgaben und -umlagen deutlich senken!

"Die Unternehmen sehen in den Energiekosten ein wachsendes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung",
berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Gründe dafür seien in erster Linie im Inland zu suchen: Die mittelständischen Industriebetriebe in Deutschland trügen die höchsten Stromkosten in der ganzen EU.
"Um die hiesige Industrieproduktion auf Dauer wettbewerbsfähig zu halten, ist schon heute eine deutliche Senkung der Umlagen und Abgaben auf den Strompreis erforderlich",
sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.
"Dabei ist die Preisspirale der vergangenen Jahre noch lange nicht durchbrochen. Die Stromkosten werden absehbar weiter steigen."
Kostentreibend wirke nicht nur der Ausstieg aus der Kohleverstromung; auch der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren lasse den Netzausbaubedarf in die Höhe schnellen.
Denn: Bis 2030 sollen 65 Prozent des Strombedarfes aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Um diesen Anteil ins Netz integrieren zu können, müssten in den kommenden elf Jahren 70 Milliarden Euro allein in Ausbau und Verstärkung des Übertragungsnetzes investiert werden, gab Wansleben zu bedenken.
"Allerdings: Ohne einen zügigen Netzausbau wird es noch teurer."
All das zeige, "wie wichtig es ist, den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung mit einer Kompensation bei den Übertragungsnetzentgelten zu begleiten", betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.