Importbestimmungen

Algerien: Neue Einfuhrvorschriften

Seit Anfang 2018 hat das algerische Handelsministerium eine Reihe von neuen Einfuhrbestimmungen erlassen. Es handelt sich dabei um folgende Maßnahmen:
  1. Steuern
    1. Einführung einer neuen Einfuhrsteuer in Höhe von einem Prozent. Inwieweit diese Regelung nur für Konsumgüter gilt, die in unverändertem Zustand in Algerien vertrieben werden, oder ob auch Investitionsgüter wie Anlagen und Maschinen betroffen sind, wird derzeit durch die AHK Algerien geprüft.
    2. Erhöhung der Einfuhrzölle auf 30 Prozent beziehungsweise auf 60 Prozent für 32 verschiedene Produktgruppen. Betroffen sind unter anderem Mobiltelefone, Notebooks, Tablets sowie Kabel, Regelarmaturen, Fahrzeuganhänger, Karosserien aber auch bestimmte Lebensmittelzubereitungen.
    3. Die Ausweitung der Verbrauchsteuerpflicht auf neue Produktgruppen.
  2. Einfuhrverbote und Kontingente   
    1. Einfuhrverbote Mit dem Exekutivdekret Nr. 18-139 vom 21. Mai 2018 wurde die Liste von Januar 2018 aktualisiert. Die Anzahl der betroffenen Waren wurde hiermit von 851 auf 877 angehoben. Die Liste soll alle 3-6 Monate auf Basis der nationalen Bedürfnisse revidiert werden: jedes Mal, wenn für ein Produkt Autarkie erreicht wird, solle der Import verboten werden. Im Vergleich sind folgende Änderungen festzustellen (Einzelpositionen siehe Anhänge): gestrichen wurden hauptsächlich Aromastoffe, hinzugefügt wurden Gouda- und Parmesankäse sowie eine Vielzahl von trockenen Broten/Keksen/Backwaren.
      Außerdem hat der algerische Bankenverband kürzlich die algerischen Banken angewiesen, Bankgeschäfte für Hygiene-und Kosmetikartikel nicht mehr zu „domizilieren“, also nicht mehr zu tätigen. Damit ist der Import dieser Produkte faktisch auch nicht mehr möglich..
    2. Einfuhrkontingente für bestimmte Warengruppen.
  3. Die Vorlage von Freiverkäuflichkeitsbescheinigungen für bestimmte Konsumgüter.
    1. Die betroffenen Waren können der Webseite des algerischen Handelsministeriums entnommen werden. Es empfiehlt sich, zusätzlich den Kunden vor Ort zu kontaktieren, weil die Regelung noch administrativen Anpassungen unterliegt. Waren, die in Algerien weiterverarbeitet werden, sind von der Maßnahme ausgenommen.
    2. Die Freiverkäuflichkeitsbescheinigungen müssen im Regelfall durch die IHK bescheinigt werden. Dies ist in der ursprünglich von Algerien vorgesehenen Form nicht möglich, weil die IHKs nicht selbst feststellen können, welche technischen Normen ein Produkt einhält. Deswegen wurde ein EU-einheitliches Muster mit abgestimmtem Wortlaut von Eurochambres, dem europäischen Kammerverband, publiziert. Dieses Muster sollte den Anforderungen aller Beteiligten gerecht werden.
    3. Es gibt Muster in französischer bzw. englischer Sprache. Dieses Muster wird vom exportierenden Unternehmen ausgefüllt, auf neutralem Papier ausgedruckt und unterschrieben bei der IHK eingereicht.
    4. Betroffenen Exporteuren wird empfohlen, sich vorab bezüglich der Dokumente mit ihrer IHK Region Stuttgart in Verbindung zu setzen.
Kontakt AHK Algerien:
Marko ACKERMANN, Geschäftsführer / Directeur General / AHK Algerien, Tel: +213 (0)23 38 91 02,  
E-Mail: m.ackermann@ahk-algerie.org
Samir BOUKHEDICHE, Directeur Général adjoint | Stellvertretender Geschäftsführer - Département Economique | DEinternational - AHK Algerien, Tel:  +213 23 38 91 02,
E-Mail: s.boukhediche@ahk-algerie.or