Import

Einfuhr von Holzverpackungen in die EU

Generell gilt, dass Holzverpackungen, die aus Drittländern (mit Ausnahme der Schweiz) eingeführt werden, gemäß ISPM-Standard Nr. 15 gegen Schädlingsbefall behandelt und entrindet sein müssen.
Nicht betroffen sind
  • Rohholzverpackungen mit einer Stärke von 6 mm und weniger
  • verarbeitetes Holz (Holzwerkstoffe), das unter Verwendung von Leim, Hitze oder Druck oder einer Kombination hieraus hergestellt wurde (zum Beispiel Sperrholz, Span- oder OSB-Platten)
Die Bestimmungen für Holzverpackungen gelten nicht im innergemeinschaftlichen Verkehr beziehungsweise im Warenverkehr mit der Schweiz.

Pflanzenbeschau

Der Pflanzenbeschau unterzogen werden Waren, die üblicherweise in Holzverpackungen geliefert werden. Grundlage dafür sind Durchführungsbeschlüsse der EU sowie die deutsche Risikowarenliste Verpackungsholz. Die Kontrolle muss am Eingangsort in die EU stattfinden. Ein Weiterversand an einen registrierten Bestimmungsort  ist nur nach ausdrücklicher Freigabe der zuständigen Pflanzenschutzbehörde am Eingangsort möglich. Dies muss im Verfahren PGZ-Online angemeldet werden.
Holzverpackungsmaterial mit Ursprung in China und Weißrussland - neuer Durchführungsbeschluss
Am 1. Oktober 2018 ist der Durchführungsbeschluss (EU) 2018/1137 der Kommission betreffend Überwachung, Pflanzengesundheitskontrollen und Maßnahmen, die bei Holzverpackungsmaterial zu ergreifen sind, in Kraft getreten. Danach müssen bestimmte Sendungen, welche Waren mit Ursprung China oder Weißrussland beinhalten, einer phytosanitären Kontrolle unterzogen werden. Der betroffenen Warenkreis wird deutlich ausgeweitet, Weißrussland war bisher nicht betroffen. Dieser Beschluss ersetzt den Durchführungsbeschluss (EU) 2013/92. Die Umsetzung des Beschlusses in Deutschland beginnt zum 1. November 2018. Gleichzeitig soll die Risikowarenliste Verpackungsholz reduziert werden. Die Einzelheiten hierzu stehen noch nicht fest.  
Demnach ist eine Kontrolle der Waren notwendig, sofern:
  • diese seit dem 1. Oktober 2018 in die EU verbracht werden
  • beim Transport der Sendungen Holzverpackungsmaterial gemäß den Vorschriften des Internationalen Standards ISPM Nr. 15 Verwendung findet
  • Waren mit Ursprung in China oder in Weißrussland folgender HS-Positionen enthalten sind (vgl. Anhang I, Durchführungsbeschluss (EU) 2018/1137), bislang nicht kontrollierte Waren sind fett markiert:
    • 2514, 2515, 2516, 6801, 6802 und 6803, 6810, 6811 40, also Tonschiefer, Marmor, Zement, Granit und andere Gesteinsarten roh oder behauen. 
    • 4401, 4415 20, 4418, 4421, 4504 90 80, 4823 90 85, also Brennholz, Kisten und Paletten, sowie Bautischler- und Zimmermannsarbeiten und andere Waren aus Holz.
    • 6501 , 6902, 6904, 6905, 6906, 6907, 6912 00 23, 6912 00 83, also Hutstumpen, Feuerfeste Steine, Ziegel, Rohre, Keramische Fliesen und Haushaltsgegenstände.
    • 7108 13 80, 7110 19 80, 7210, 7304 31 20, 7304 41, 7313, 7317, 7318, 7415, also flachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von 600 mm oder mehr, warm- oder kaltgewalzt plattiert oder überzogen, Schrauben und Stifte. 
    • 8101 96, 8102 96, 8205 90 10, 8407 33 20, 8407 33 80, 8424 49 10, 8424 82 90, 8424 89 40, 8424 89 70, 8465 93, 8467 29 51, 8544 19, 8544 49 91, 8708 30 10, 8708 40 20, 8708 91 20 sowie 8708 92 20 also Drähte aus Wolfram und Molybdän, sowie diverse Maschinen.
Inhalt der Behandlungsvorschriften/Rechtsgrundlage
Mit der Richtlinie Nr. 2004/102/EG der Kommission vom 5. Oktober 2004 (ABl. EU Nr. L 309 vom 6. Oktober 2004) legt die EU phytosanitäre Anforderungen an Verpackungsmaterial aus Holz aus Drittländern fest.
Die EU-Regelung hält sich inhaltlich im Wesentlichen an die Bestimmungen des internationalen Bestimmung ISPM Nr. 15 für Verpackungsholz (Guidelines for regulating wood packaging material in international trade). Danach ist Verpackungsholz den dort aufgeführten Behandlungen zu unterziehen, um die Schädlingsfreiheit zu garantieren. Der Nachweis erfolgt durch Kennzeichnung nach dem in den ISPM Nr. 15 festgelegten Muster (Anlage II der Guidelines). Als Besonderheiten der EG-Umsetzung gegenüber dem ISPM Nr. 15-Standard muss das Verpackungsholz zusätzlich entrindet (debarked) und mit DB gekennzeichnet sein.
Nach der EU-Richtlinie gilt die Behandlungspflicht auch für vor dem Inkrafttreten der EU-Richtlinie (1. März 2005) hergestelltes, repariertes oder wiederverwertetes Verpackungsmaterial aus Holz.