IHK Ostwürttemberg

Einzelhandel in der Region Ostwürttemberg

Die IHK Ostwürttemberg hat die Kaufkraftdaten der Region analysiert und dabei für 2019 in Ostwürttemberg eine einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Höhe von knapp 3,229 Mrd. Euro berechnet. Heruntergebrochen hat damit im Jahr 2019 jeder Einwohner in Ostwürttemberg durchschnittlich 7.253 Euro zur Verfügung, die im stationären, Versand- und Online-Handel ausgeben werden können. Ostwürttemberg liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt, der bei insgesamt 7.086 Euro pro Person liegt.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze

In absoluten Zahlen liegen bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft erwartungsgemäß die Großen Kreisstädte mit den meisten Einwohnern vorne: Aalen mit insgesamt knapp 517 Millionen Euro, Schwäbisch Gmünd mit 427 Millionen Euro, Heidenheim mit 354 Millionen Euro, Ellwangen mit 172 Millionen Euro und Giengen mit 133 Millionen Euro führen die Liste an.
Pro Einwohner nimmt weiterhin Rosenberg mit 9.513 Euro deutlich den ersten Platz vor Mutlangen mit 7.742 Euro ein. Königsbronn folgt als erste Gemeinde aus dem Landkreis Heidenheim auf Platz 7 mit 7.584 Euro und somit auch deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Umsätze im stationären Einzelhandel
In der Region liegen die großen Standorte naturgemäß auch bei den absoluten Umsatzzahlen des stationären Einzelhandels vorne – Aalen (530 Millionen Euro) vor Schwäbisch Gmünd (441), Heidenheim (420), Ellwangen (211). Bopfingen schiebt sich hier mit 126 Millionen Euro noch vor Giengen, wo der örtliche Einzelhandel knapp 92 Millionen Euro Umsatz bringt.
Interessanter ist hier allerdings der Vergleich pro Einwohner in der Region: Hier liegt Bopfingen mit 10.761 Euro vor Ellwangen mit 8.765 Euro, Essingen (8.492 Euro), Heidenheim (8.436 Euro), Aalen (7.779 Euro) und Schwäbisch Gmünd (7.219 Euro). Giengen folgt mit etwas Abstand (4.625 Euro) und liegt damit auch unter dem deutschlandweiten Schnitt von 6.202 Euro.
 In Essingen bspw. ist das u.a. auf das interkommunale Gewerbegebiet Dauerwang, ein Zweckverband der Gemeinde Essingen mit der Stadt Aalen, zurückzuführen. Oftmals sind außergewöhnlich hohe Kennzahlen auch auf große Einzelhandelsflächen auf der „grünen Wiese“ zurückzuführen. Diese Flächen ziehen Kaufkraft an und führen zu einer Umsatzverlagerung an eben solche Standorte. Die Kehrseite dazu bildet sich dann an den Orten, wo die Versorgung der Bevölkerung nur noch untergeordnet direkt vor Ort erfolgt. Hier könnte dann das Thema der Nahversorgung bzw. der Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs zum Problem werden.
Vorjahresvergleiche
Im Vergleich zu den beiden Vorjahren sind die absoluten Umsatzzahlen in den Städten und Gemeinden über 10.000 Einwohnern stabil bzw. gestiegen. Lediglich in Ellwangen (- 1,8 Prozent) sowie Giengen (- 2,7 Prozent) gehen diese leicht zurück.
Die Kaufkraft für den Einzelhandel ist in allen Städten bzw. Gemeinden Ostwürttembergs seit 2016 kontinuierlich angestiegen, was wiederum mit der aktuell guten wirtschaftlichen Lage und der daraus resultierenden geringen Arbeitslosigkeit in der Region zusammenhängen dürfte.

Tabelle: Daten der Landkreise und der Region

Einzelhandelsrelevante
Kaufkraft 2019
Einzelhandelsumsatz
stationär 2019
 Bevöl-
kerung
in Mio.
Euro
Euro
pro
Kopf
in Mio.
Euro
Euro
pro
Kopf
Aalen68.134517,457.595530,047.779
Schwäbisch Gmünd61.148426,616.977441,417.219
Heidenheim an der Brenz49.817354,387.114420,278.436
Ellwangen (Jagst)24.069171,537.127210,958.765
Giengen an der Brenz19.752132,756.72191,364.625
Herbrechtingen13.163  98,147.45658,184.420
Bopfingen11.690  80,626.896125,7910.761
Gerstetten11.550  81,867.08843,733.786
Lorch10.800  81,207.51951,134.734
Landkreis Heidenheim132.006947,747.148724,305.463
Landkreis Ostalbkreis312.4222.281,047.2981.843,365.897
Ostwürttemberg444.4283.228,787.2532.267,665.768
Baden-Württemberg11.023.42582.245,037.42569.331,466.260
Deutschland82.949.314587.760,647.086514.410,566.202