Berufsausbildung

Probezeit sinnvoll nutzen

Mehrere Tausend Jugendliche beginnen jedes Jahr eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Für Unternehmen und Auszubildende ist dies eine Phase des Kennenlernens und des Gewöhnens.
Um einen Einstieg in die Ausbildung zu erleichtern, sieht das Berufsbildungsgesetz zwingend die Vereinbarung einer Probezeit vor, die mit der Ausbildung beginnt. Diese muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate (Umschüler bis sechs Monate) dauern. Die Vereinbarung der Probezeit erfolgt im IHK-Berufsausbildungsvertrag bzw. im Umschulungsvertrag.
Die Probezeit gibt beiden Vertragspartnern die Möglichkeit, die Richtigkeit der getroffenen Entscheidung zu prüfen. Deshalb sollte ein Auszubildender schon während dieser Zeit die Gelegenheit erhalten verschiedene Stationen der Berufsausbildung vorab kennenzulernen, um dadurch feststellen zu können, ob der gewählte Beruf seinen Vorstellungen entspricht. Besonders wichtig ist in diesem Zeitraum auch das offene und regelmäßige Gespräch zwischen dem verantwortlichen Ausbilder und dem Auszubildenden. Dabei kann der Auszubildende seine Stärken und Schwächen erkennen und Motivation erfahren. Rechtzeitig vor dem Ende der Probezeit sollte dem Auszubildenden die Weiterführung des Ausbildungsverhältnisses erläutert werden.
Während der Probezeit gelten die Rechte und Pflichten beider Vertragspartner uneingeschränkt. Allerdings kann auch das vertragliche Berufsausbildungsverhältnis unter erleichterten Bedingungen jederzeit von beiden Seiten, ohne Einhaltung einer Frist und ohne Begründung gekündigt werden. Zu beachten ist, dass die Kündigung dabei schriftlich erfolgen muss und der Auszubildende zusätzlich auf die Meldepflicht bei der Agentur für Arbeit hinzuweisen ist.
Wird das Ausbildungsverhältnis in der Probezeit gelöst, muss sich der Auszubildende unverzüglich bei seiner zuständigen Agentur für Arbeit "arbeits- bzw. ausbildungssuchend" melden. Zusätzlich kann er auf der IHK-Lehrstellenbörse ein Lehrstellengesuch veröffentlichen, um die Chance auf einen neuen Ausbildungsplatz zu erhöhen.

Für den Ausbildungsbetrieb:
Abmeldung eines Ausbildungsverhältnis an die IHK