IHK und AHK Wien mit Innovationen und Kooperationen

„Ostwürttemberg meets Austria“ - Wirtschaftsdelegation besucht Wien

Entstanden ist die Idee, mit einer regionalen Delegation die Region Ostwürttemberg und deren Wirtschaft in Wien vor größerem Publikum zu präsentieren, Anfang 2018 zwischen IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle und Thomas Gindele, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Österreich.
Am 10. Oktober war es dann soweit: rund 70 Teilnehmer folgten der Einladung der AHK Wien zu der Veranstaltung „Ostwürttemberg meets Austria“ im Hotel Imperial in Wien. Der Ort nahe der Staatsoper sei mit Bedacht gewählt worden, denn das heute auch als Staatshotel genutzte Haus, wurde 1865 für Herzog Philipp von Württemberg und seine Gemahlin, die geborene Erzherzogin Marie Therese von Österreich, fertiggestellt. Es hätte demnach für die Präsentation der Ostwürttemberger als eine der innovativsten Regionen Deutschlands keinen besseren und geschichtsträchtigeren Platz geben können, betonte der Hauptgeschäftsführer der AHK Wien Thomas Gindele. Auch verwies er auf die traditionell guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Baden-Württemberg und Österreich. Er freute sich, dass mit PTS Prüftechnik, VARTA, VOITH und ZEISS die IHK Ostwürttemberg Spitzenunterunternehmen mit Weltruf nach Wien gebracht hat, um auf die Region und deren leistungsstarke Wirtschaft aufmerksam zu machen.
Rudi Feil, Vize-Präsident der IHK Ostwürttemberg, hob auf die Wichtigkeit von Netzwerken und Partnerschaften ab. Dies sei ein vorrangiges Ziel der Veranstaltung und allein schon angesichts der Teilnehmerzahl bereits als Erfolg zu werten. Mit der jetzt gebotenen Plattform sei ein Anfang gemacht. Wien als eine der lebenswertesten Städte der Welt sei Wien vorbildlich im Bereich Smart City.
Einblicke in die Region gab anschließend Michaele Eberle. Wirtschaft, Städte, Landschaft, Kultur und Sport wurden gleichermaßen vorgestellt. Über 130 Firmen in Ostwürttemberg unterhalten nach IHK-Daten direkte Wirtschaftsbeziehungen mit dem Nachbarland. Diese reichen von Vertriebs- und Servicestützpunkten bis zu eigenen Niederlassungen und Tochtergesellschaften oder auch Produktionsstandorten.

Feste Standbeine in Österreich

Bei einem Dinner präsentierten sich die vier Innovations-Champions aus Ostwürttemberg. Den Auftakt machte Herbert Schein, Vorstandsvorsitzender der VARTA AG in Ellwangen und zeigte dabei die Aktivitäten der Geschäftssegmente Microbattery und Storage auf. Innovationsführer ist VARTA bei Mikrobatterien und marktführend bei Hörgerätebatterien und strebt die Marktführerschaft auch bei Lithium-Ionen Batterien im Bereich Wearables und Hearables an. Mit vier Produktionsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren und operativen Tochtergesellschaften ist VARTA in über 75 Ländern weltweit tätig. Die VARTA kann auch in Österreich auf eine 130-jährige Geschichte zurückblicken und ist mit Produkten mit hohen Marktanteilen vertreten. In Graz forscht die VARTA Micro Innovation GmbH an den neuen Materialien für die nächsten Batteriegenerationen und ist in wichtige nationale und internationale Forschungsprojekte eingebunden.
Die PTS Prüftechnik GmbH aus Waldstetten stellte der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Walter Schwelberger vor. Der gebürtige Österreicher gab Einblicke in das Tätigkeitsspektrum des unabhängigen Entwicklungs- und Erprobungsdienstleister mit mehreren Standorten in Baden-Württemberg und einem in Bayern. PTS-Prüftechnik hat sich mit der Erprobung und Entwicklung von Anfahrelementen, Triebstrangsystemen, Triebstrangkomponenten, Kühlkreisläufen und Gesamtfahrzeugen auf Prüfständen und auf der Straße etabliert. PTS-Prüftechnik kooperiert mit mehreren österreichischen Partnern aus dem Bereich Testing und ist im branchenübergreifenden Netzwerk des Automobil Clusters Oberösterreich (AVOÖ) aktiv, um Schnittstellen zu Partnerunternehmen und Forschungseinrichtungen zu nutzen, vorhandene Partnerschaften zu stärken und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.
Den weltweiten Technologiekonzern Voith stellte Ilonka Nussbaumer, Senior Vice President HR, vor. Dabei ging die gebürtige Vorarlbergerin auf die Konzernbereiche Hydro, Paper, Turbo und Digital Solutions ein. Beeindruckt waren die Teilnehmer, dass ein großer Teil der weltweiten Papierproduktion auf Voith-Papiermaschinen hergestellt wird, und dass ein Viertel der weltweit aus Wasserkraft gewonnenen Energie mit Turbinen und Generatoren von Voith erzeugt wird. Die Verbindungen von Voith nach Österreich gehen bis ins Jahr 1904 zurück als in St. Pölten die erste ausländische Niederlassung von Voith gegründet wurde. Heute ist Voith an fünf Standorten im Land mit rund 1.000 Mitarbeitern vertreten.
Mit Zeiss präsentierte der österreichische Geschäftsführer Peter Amend den zweiten weltweilten Technologiekonzern des Abends. Dabei wurden die verschiedenen Tätigkeitsbereiche wie Messtechnik, Mikroskope, Medizintechnik, Brillengläser sowie Foto- und Filmobjektive, Ferngläser und Halbleiterfertigungs-Equipment vorgestellt. Seit mehr als 170 Jahren trage Zeiss zum weltweiten technologischen Fortschritt bei und fördere die Lebensqualität vieler Menschen. Schon früh war auch Zeiss in Österreich vertreten. Im Jahr 1902 wurde die Carl Zeiss GmbH als eine der ersten Auslandsgesellschaften der Carl Zeiss AG in Wien gegründet und ist heute Regional Headquarter für Österreich und Südosteuropa.
Zum Abschluss bedankte sich AHK-Chef und Moderator Thomas Gindele für die spannenden Einblicke, die die Innovationsführer verständlich und einprägsam gegeben hättenb. IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle betonte die zahlreichen neuen Kontakte, die geknüpft werden konnten. Für sie hängen Innovationen auch mit Werten und Wertevermittlung zusammen: „Damit konnten wir Ostwürttemberg glänzen und strahlen lassen.“