150 Jahre IHK Ostwürttemberg

IHK-Jubiläumsempfang im Heidenheimer Congress Centrum

Die IHK Ostwürttemberg feierte am 24. Februar 2017 mit zahlreichen Ehrengästen ihr 150-jähriges Bestehen. Vor rund 800 Gästen im Congress Centrum in Heidenheim hielt der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann die Festrede. Grüße und den Blick aus Berlin überbrachte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags Dr. Eric Schweitzer. In einer Talkrunde mit Ministerpräsident Kretschmann, DIHK-Präsident Dr. Schweitzer und IHK-Präsident Carl Trinkl sowie den Protagonisten dreier Themenvideos, allesamt aus Ostwürttemberg, ging es um die IHK-Kernthemen Ausbildung, Innovation und Gründung sowie Integration und Fachkräfte international.


Ein Freitag im Januar 1867. Es war der 18. Tag des gerade begonnenen Jahres, als Ferdinand Steinbeis mit zwölf Mitgliedern die „Handels- und Gewerbekammer“ in Heidenheim eröffnete. Ein Freitag im Februar 2017 und kein Jahresempfang wie üblich in den eigenen Räumen der IHK. Dafür war der Anlass zu groß. Denn die IHK Ostwürttemberg blickt mit Stolz auf die Wirtschaftsregion und deren Meilensteine in 150 Jahren. Mit rund 800 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bot das Congress Centrum Heidenheim als die ‚gute Stube‘ der Stadt den festlichen Rahmen. Durch die Veranstaltung führte Moderatorin Hendrike Brenninkmeyer vom SWR-Fernsehen.

Begrüßung durch IHK-Präsident Carl Trinkl

In seiner Begrüßung umriss IHK-Präsident Carl Trinkl das Jubiläum: „150 Jahre IHK Ostwürttemberg heißt schlicht nichts anderes, als 150 Jahre Wirtschaft in Ostwürttemberg.“ Dies sei daher auch das Motto, unter welches die IHK ihr Jubiläum gestellt hat.
So warf Trinkl in seiner Ansprache beispielhaft einige Blicke zurück und spannte Bögen bei den IHK-Aufgaben, unter anderem der Gesamtinteressenvertretung und Wirtschaftsförderung. Trinkl verwies hierzu auch auf die Netzwerke, die schon sehr früh geschaffenen Verbindungen und die gegenseitige Verbundenheit der regionalen Akteure. Diese haben der Region zahlreiche Vorteile verschafft. So dürfe man heute guten Gewissens behaupten, dass Ostwürttemberg eine starke Wirtschaftsregion ist. In dieser profitieren von der Stärke des industriellen Kerns wichtige Bereiche, wie der Dienstleistungssektor, Handel, Spitzen- und Hochtechnologie. Mit einer Arbeitslosenquote deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und in der Patentstatistik deutschlandweit an der Spitze, sieht Trinkl die Region sehr gut aufgestellt. Nicht zuletzt belege dies auch Ostwürttembergs vorderer Platz im Ranking der Regionen im Land. Diese Errungenschaften gilt es für Trinkl zu bewahren und in der Zukunft fortzuschreiben. Trinkl: „Wir müssen uns der Verantwortung bewusst sein, denn wir gestalten heute die Traditionen von morgen und wir leben noch morgen unsere Werte von heute. Das gelingt uns nur in der Gemeinschaft. Auch in der Gemeinschaft des Landes und des Bundes.“ Die Landesregierung rief Trinkl auf, Teilmetropolregionen wie Ostwürttemberg auch künftig stets zu bedenken, etwa wenn es nach dem De-Zentralitätsprinzip gehe, wenn Fördermittel, Wertschätzung oder „auch einfach nur, so wie heute Abend, Besuche in der Region stattfinden.“
Trinkl skizzierte für die IHK Ostwürttemberg als Geburtstagskind, das sich in all den Jahren einem steten Wandel unterzog, einige wichtige Zukunftsaufgaben. Hierzu zählt der Einsatz für einen attraktiven Aus- und Weiterbildungsstandort, ergänzt um die digitale Bildung. Unverändert im Fokus steht eine wirtschaftsgerechte Weiterentwicklung der Infrastruktur, und dies verstärkt im digitalen Bereich. Ebenso gilt es, die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft unter dem Stichwort Technologietransfer voranzutreiben.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält Festrede

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hielt die Festansprache. „Die Unternehmen in Ostwürttemberg waren ihrer Konkurrenz schon immer ein paar Schritte voraus – ob mit dem ersten Teddybären, der weltweit ersten Papiermaschine oder dem ersten antiseptischen Wundverband“, so der Ministerpräsident. „Und auch in Zukunft werden sie ihre Chance suchen und finden. Mit dem Neubau des hiesigen Bildungszentrums etwa untermauert die IHK dieses Vorhaben im wahrsten Sinne des Wortes. Das Land Baden-Württemberg unterstützt dieses Zukunftsprojekt und übernimmt 25 Prozent."

3 Fragen an DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer

DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer verwies in seinem Gespräch mit Moderatorin Hendrike Brenninkmeyer auf die Notwendigkeit eines möglichst freien Welthandels. Gerade eine stark exportabhängige und in engen internationalen Geflechten arbeitende Wirtschaft wie die in Ostwürttemberg sei auf offene Märkte angewiesen. „Angesichts der Zunahme protektionistischer Strömungen wird es immer wichtiger, uns für offene Märkte einzusetzen und internationale Zusammenarbeit zu gestalten. Moderne Handelsabkommen wie das EU-Kanada-Abkommen CETA helfen insbesondere mittelständischen Betrieben, Märkte zu erschließen. Sie sind daher gerade für unser Wirtschaftsmodell notwendig“, erklärte Schweitzer.

Talkrunde zu den IHK-Kernthemen: Ausbildung, Innovation und Gründung sowie Integration und Fachkräfte international

Abgerundet wurde das Programm durch eine über Themenvideos „anmoderierte“ Talkrunde zu den IHK-Kernthemen Ausbildung, Innovation und Gründung sowie Integration und Fachkräfte international. Gesprächspartner zum Thema Ausbildung waren Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Marco Santin, der bei der Voith GmbH in Heidenheim eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. Bei dem Thema Innovation und Gründung leistete neben IHK-Präsident Carl Trinkl der Gründer der BOS Connect GmbH in Schwäbisch Gmünd, Gero Nicklas, spannende Beiträge. DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer stand zur Thematik Integration und Fachkräfte international die aus Brasilien stammende Zeiss-Ingenieurin Ana Carolina Mayr zur Seite und berichtete über ihren Werdegang.

Dank von IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle

IHK Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle bedankte sich bei den vielen regional Engagierten, die zu Inhalten und zum Gelingen des Jubiläumsempfangs beigetragen haben. Sehr viele seien bestens ausgebildete Fachkräfte der Region. Dies zeige die gute Gemeinschaft in Ostwürttemberg, die jede Generation gleichermaßen mitnehme.

Musikalisches

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch das renommierte, aus Schwäbisch Gmünd stammende Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl. Die beiden Virtuosen sind dazu in ihre Heimat gereist und setzten musikalische Höhepunkte.
Für die musikalische Untermalung sorgte die Heidenheimer Jazz-Legende Lee Mayall mit seiner Band. Serviert wurde Traditionelles nach dem Motto „wie vor 150 Jahren“, ergänzt um „Modernes aus 2017“ vom Buffet.

Filme online

Übrigens finden Sie alle Filme anlässlich unseres Jubiläumsempfang nochmals zum anschauen, gut finden (also "liken") hier.

Jubiläumsmagazin „Rückblicke - Einblicke - Ausblicke“

150 Jahre IHK Ostwürttemberg heißt 150 Jahre ostwürttembergische Wirtschaftsgeschichte. Die Meilensteine der Wirtschaftsregion hat die IHK, neben ihrer eigenen Geschichte, in einer Jubiläumsausgabe mit vielen farbenfrohen Aspekten, interessanten Zahlen und Fakten und dabei den Aufgaben der IHK heute in ihrem IHK-Magazin aufleben lassen. Pünktlich zum Jubiläums-Jahresempfang am 24. Februar 2017 erschien das 60-seitige Werk „Rückblicke. Einblicke. Ausblicke“ in einer Auflage von 20.000 Exemplaren. Eine Printausgabe erhalten Siebei der IHK Ostwürttemberg, Daria Pieszka, Tel. 07321 324-129 oder pieszka@ostwuerttemberg.ihk.de.
150 Jahre Wirtschaftsgeschichte gibt es auch online.