Ehrenamt: Aus- und Weiterbildungsprüfungen

Prüfer/Innen gesucht

"Made in Germany" steht für Qualität – weltweit. Diese Qualität kommt nicht von ungefähr: Dahinter steht auch ein nahezu einzigartiges berufliches Bildungssystem mit anspruchsvollen Berufen und Weiterbildungsabschlüssen, fachkundigen Ausbildern und praxisnahen Prüfungen. Den hohen Qualitätsstandard der IHK-Abschlüsse in der dualen Berufsausbildung garantieren die vielen ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer. Mit ihrem Engagement fördern sie nicht nur den beruflichen Nachwuchs ganz persönlich, sondern sichern mit den „frischgebackenen“ Fachkräften auch die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Ostwürttemberg. Rund 1.600 Prüferinnen und Prüfer sind dazu im Auftrag der IHK Ostwürttemberg ehrenamtlich aktiv. Fachkräfte aus der betrieblichen Praxis und Lehrer an beruflichen Schulen bringen dabei gemeinsam ihr Know-how ein, um rund 2.000 Teilnehmer pro Jahr in den Zwischen-, Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen zu begleiten.
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Ehrenamt, das sich lohnt!

Die Prüfertätigkeit ist nicht nur eine reizvolle Herausforderung, sondern bietet – auch für die Unternehmen – handfeste Vorteile, etwa
  1. kostenlose Schulungen über neue Ausbildungsinhalte und Prüfungsabläufe,
  2. Möglichkeit zur Mitgestaltung von Prüfungsabläufen und –inhalten,
  3. enger Kontakt zur IHK Ostwürttemberg,
  4. regelmäßiger Austausch mit anderen Fachleuten,
  5. Einblick über die Ausbildung in anderen Betrieben und
  6. die Möglichkeit, ein wirtschafts- und betriebsnahes Prüfungswesen mit zu gestalten.
„Prüfen ist nicht nur eine wichtige, sondern auch eine reizvolle Aufgabe“,
wirbt André Louis, Leiter des Geschäftsbereichs Ausbildung bei der IHK Ostwürttemberg, für dieses Ehrenamt.
„Neben dem Aspekt, dass ehrenamtliches Engagement hohen gesellschaftlichen Stellenwert genießt, sind unsere Prüfer stets über aktuelle Fachentwicklungen und Trends in den Berufsbildern informiert. Sie sammeln zudem Erfahrungen und knüpfen wertvolle Kontakte, die für das eigene Unternehmen, aber auch für sie persönlich, gewinnbringend sind“,
sagt Louis. Die ausbildenden Unternehmen wissen um den Wert der Prüfertätigkeit und stellen deshalb meist Mitarbeiter für die Prüfertätigkeit frei.

Der Weg zum Prüfer

Auf der Arbeitgeberseite muss nicht unbedingt der „Chef“ selbst bei den Prüfungen mitmachen. Die Unternehmensleitung kann auch einen Mitarbeiter als Prüfer entsenden.
Arbeitnehmer, die Gewerkschaftsmitglied sind, können sich an ihre Gewerkschaft wenden - sie nennt der IHK die Vertreter der Arbeitnehmer in den Prüfungsausschüssen.
Lehrer können sich mit der Schulleitung in Verbindung setzen. In den Prüfungsausschuss kommen sie auf Vorschlag der Schulleitung und Benennung durch die Bezirksregierung.

Was muss ein Prüfer mitbringen?

Folgende Voraussetzungen gibt es für die Prüfertätigkeit:
  • Sachkunde aus aktueller, einschlägiger Berufstätigkeit,
  • menschliche Reife und Lebenserfahrung,
  • Urteils- und Einfühlungsvermögen,
  • Kommunikationsfähigkeit,
  • Teamfähigkeit,
  • Bereitschaft, die von der IHK angebotenen Prüferschulungen wahrzunehmen.

Was macht ein Prüfer?

Prüfer arbeiten im Team, dem Prüfungsausschuss. Gemeinsam sorgen sie für ein faires Prüfungsverfahren. Sie bewerten Prüfungsarbeiten, Arbeitsproben, Dokumentationen, Fachgespräche oder Präsentationen.

Kalkulierbarer Einsatz

Durchschnittlich sind Prüfer drei bis vier Tage pro Jahr im Einsatz - je nachdem, wie oft sie Zeit haben und vom Arbeitgeber freigestellt werden. Ihren zeitlichen Aufwand bestimmen die Prüfer in Abstimmung mit der IHK selbst. Dabei kann die Arbeit in den Prüfungsausschüssen theoretisch jederzeit niedergelegt werden, ist von der Idee her aber langfristig ausgelegt: Eine Berufungsperiode dauert 5 Jahre. Aktuell endet sie am 31. Dezember 2020, der Einstieg neuer Prüfer ist aber währenddessen möglich.

Immer auf der Höhe

Alle Prüfer werden vorbereitet. Die IHK bietet Schulungen an, in denen es um die rechtlichen und pädagogischen Aspekte der Prüfungen geht. Außerdem wird niemand ins „kalte Wasser geworfen“. Wer dabei sein möchte, ist zunächst Gast bei einer Prüfung. Darüber hinaus gibt es Informationsmaterial zum Ausbildungsberuf oder zur Fortbildungsprüfung.

​Aufwandsentschädigung

Die ehrenamtliche Tätigkeit wird aktuell mit sechs Euro pro Stunde entschädigt. Fahrtkosten, die Erstellung von Aufgaben und die Auswertung von Prüfungsarbeiten werden zusätzlich erstattet.

Ihre Ansprechpartnerin bei der IHK Ostwürttemberg

Auch in diesem Jahr gibt es bei der IHK Ostwürttemberg wieder viele Berufsfelder, bei denen neue Prüfer/Innen herzlich willkommen sind, um das hohe Niveau der Prüfung aufrecht zu halten. Louis:
„Wer also gesellschaftliche Verantwortung in der Ausbildung junger Menschen übernehmen will, darf sich sehr gerne bei uns melden. Denn auch in diesem Bereich gibt es wie überall immer wieder Veränderungen und natürliche Entwicklungen, sodass wir als IHK aufgefordert sind, neue Prüferinnen und Prüfer zu gewinnen“.
Interessierte erhalten weitere Informationen bei der IHK Ostwürttemberg, Marianne Schäfer, Tel. 07321 324-165 oder schaefer@ostwuerttemberg.ihk.de.