IHK Ostwürttemberg

Steigende Wertschöpfungsverluste im Land durch Fachkräfteengpass

Im Jahr 2019 dürften in Baden-Württemberg entsprechend den Hochrechnungen der WifOR Institute die Wertschöpfungsverluste voraussichtlich bei etwa 23,6 Mrd. Euro liegen. Dies würde einem Rückgang in Höhe von 6,6 Prozent entsprechen. Bei den „Wertschöpfungsverlusten in Baden-Württemberg“ wurde auch untersucht, in welchen Branchen durch Fachkräfteengpässe Wertschöpfungsverluste entstehen könnten. 9,9 Mrd. Euro würden dabei den Dienstleistungsbranchen fehlen.
Zum Vergleich: Das entspricht in etwa den Investitionen der EU-Kommission in den Klimaschutz. Beratende und wirtschaftsnahe Dienstleistungen würden mit 5,9 Mrd. Euro die höchsten Bruttowertschöpfungsverluste aufweisen.
In 2030 wird der Wertschöpfungsverlust Baden-Württembergs voraussichtlich fast 2-mal so groß sei
n wie noch in 2019 und etwa 40,2 Mrd. Euro betragen. Damit wird es sich voraussichtlich um einen Rückgang der Bruttowertschöpfung in Höhe von 9,4 Prozent handeln. Insgesamt werden sich bis zum Jahr 2030 für das Land, laut der Prognose, kumulierte Wertschöpfungsverluste in Höhe von etwa 266 Mrd. Euro ergeben. Wird der relative Engpass von Arbeitskräften im Land in 2019 noch bei 7,5 Prozent (332.000 Personen) liegen, so wird dieser gemäß der Prognose bis 2030 bereits auf 13,7 Prozent (522.000 Personen) gestiegen sein. Die Hochrechnungen basieren auf prognostizierten und statistischen Daten des IHK-Fachkräftemonitors, sowie des Statistischen Bundes- und Landesamtes als auch des Prognos Instituts.

Blick in die Region

In Ostwürttemberg ist bei diesen Annahmen für 2019 mit Bruttowertschöpfungsverlusten in Höhe von 0,7 Mrd. Euro zu rechnen. Das entspricht einem Rückgang der Bruttowertschöpfung von 5,2 Prozent. Damit wird Ostwürttemberg einen Anteil von 2,9 Prozent an den Bruttowertschöpfungsverlusten Baden-Württembergs haben.
„Hochgerechnet bei gleichbleibenden Voraussetzungen wäre damit in 2030 mit Bruttowertschöpfungsverlusten von 1,5 Mrd. Euro für die Region zu rechnen“,
sagte Michaela Eberle, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwürttemberg.
Dieser Wert sei laut der Prognose mehr als doppelt so hoch wie noch im Jahr 2019 und würde einen Anteil von 3,7 Prozent an den voraussichtlichen Bruttowertschöpfungsverlusten im Land in 2030 ausmachen, so Eberle weiter.
„Für uns bedeutet das konkret, dass Fachkräfteengpässe nicht nur das künftige Wirtschaftswachstum in Baden-Württemberg, sondern vor allem auch in unserer Region dämpfen können“,
so Eberle. Insgesamt würden sich für die Region kumulierte Bruttowertschöpfungsverluste von 8,8 Mrd. Euro zwischen den Jahren 2019 und 2030 ergeben.
„Daraus lässt sich ein klarer Handlungsbedarf für Ostwürttemberg ableiten, dieser Entwicklung möglichst frühzeitig entgegenzuwirken.“
Durch eine moderne und zukunftsfähige duale Berufsausbildung werden junge Menschen zu den fähigen Fachkräften für die Unternehmen in der Region ausgebildet, die der Arbeitsmarkt dringend benötigt. Zudem wird die Fachkräftesicherung in der Region durch Projekte wie die Fachkräfteallianz Ostwürttemberg und durch ein breites Angebot an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen durch die IHK vorangetrieben und unterstützt.
„Durch Maßnahmen wie Ausbildung in Teilzeit oder Teilqualifizierungen versuchen wir weitere Personengruppen zu erreichen, um noch zu wenig genutzte Potenziale möglichst auszuschöpfen“,
erklärte Eberle. Von diesen Gruppen umfasst seien beispielsweise Frauen und Mütter, Zugewanderte aber auch Personen, die bislang noch keine Ausbildung abgeschlossen haben.
„Durch gezieltes Standortmarketing sprechen wir zudem auch Fachkräfte von außerhalb an, sich in Ostwürttemberg, einem attraktiven Lebens- und Arbeitsstandort, niederzulassen. Wir hoffen, die prognostizierte Entwicklung damit eindämmen zu können.“,
so Eberle abschließend.