Fragen und Antworten

Top 5: Arbeitsrecht

Welche Inhalte muss eine Abmahnung haben?

Die Abmahnung muss genau formuliert sein und folgende Bestandteile enthalten:
  • Konkrete Rüge des vertragswidrigen Verhaltens unter Angabe von Datum, Ort und Zeit
  • Aufforderung, das vertragswidrige Verhalten einzustellen
  • Hinweis, dass im Wiederholungsfall mit einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu rechnen ist

Wann kann ein Arbeitsvertrag befristet werden?

Die Befristung eines Arbeitsvertrages ist zulässig, wenn sie durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt ist. Ein sachlicher Grund liegt insbesondere vor, wenn
  • der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht,
  • die Befristung im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium erfolgt, um den Übergang des Arbeitnehmers in eine Anschlussbeschäftigung zu erleichtern,
  • der Arbeitnehmer zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers beschäftigt wird,
  • die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt,
  • die Befristung zur Erprobung erfolgt,
  • in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen oder
  • die Befristung auf einem gerichtlichen Vergleich beruht.
Die Befristung eines Arbeitsvertrages bedarf u.a. keines sachlichen Grundes, wenn der Arbeitsvertrag oder seine höchstens dreimalige Verlängerung nicht die Gesamtdauer von zwei Jahren überschreitet.

Kann ich meinem Arbeitnehmer mündlich kündigen?

Nein, denn die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. Mündlich, per Telefax oder E-Mail etc. ausgesprochene Kündigungen beenden das Arbeitsverhältnis nicht.

Wie lang darf die Probezeit sein?

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine bestimmte Dauer nur im Rahmen von Berufsausbildungsverhältnissen (mindestens 1 Monat, höchstens 4 Monate – § 20 BBiG). In allen anderen Fällen ist die Dauer tarifvertraglich oder individualvertraglich regelbar, wobei sich die zulässige Höchstdauer nach den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes richtet und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachtet werden muss. Bei individualvertraglicher Vereinbarung werden für den Regelfall sechs Monate als Höchstgrenze angesehen.

Wie viele Urlaubstage stehen dem Arbeitnehmer zu?

Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt gemäß § 3 BUrlG 24 Werktage. Werktage sind alle Tage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind, also auch Samstage. Ein Anspruch in dieser Höhe besteht jedoch nur, wenn die Arbeitspflicht an sechs Werktagen/Woche besteht. Das BUrlG beruht nämlich noch auf der früher üblichen 6-Tage-Arbeitswoche. Besteht die Arbeitsverpflichtung an weniger als sechs Tagen, ist eine Umrechnung vorzunehmen. Ist der Arbeitnehmer z. B. von Montag bis Freitag zur Arbeit verpflichtet, reduziert sich der Urlaubsanspruch entsprechend auf 20 Arbeitstage; bei einer Arbeitsverpflichtung an vier Tagen pro Woche beträgt der Urlaubsanspruch 16 Arbeitstage. Als Faustregel kann gelten, dass der Arbeitnehmer mindestens vier Wochen im Jahr urlaubsbedingt abwesend sein darf.