IHK Ostwürttemberg

Logistikstandort

Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heidenheim, der IHK Ostwürttemberg, dem Landkreis Heidenheim,  des Regionalverbands Ostwürttemberg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg (WiRO) waren u.a. der Logistikstandort Ostwürttemberg sowie  die Bedeutung der Logistik, nicht nur für unsere Region auf der Tagesordnung. 

“Rechtfertigungsproblem” der Logistikbranche

Beim moderierten Podiumsgespräch in 2019 mit Prof. Dr. Bernecker, Professor für Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik an der Hochschule Heilbronn und Leiter des Kompetenzzentrums LOGWERT, Thomas Eble (Regionalverbandsdirektor), Dieter Henle (Oberbürgermeister Stadt Giengen), Thomas Schwarz (Spedition Schwarz) sowie Heiner Matthias Honold (Spedition Honold) wurde deutlich, dass noch einiges an Aufklärungsarbeit in Bezug auf die Logistikbranche zu leisten sei, an der sich auch insbesondere die Logistikunternehmen beteiligen müssten. So kämpfe die Logistikbranche nach wie vor mit einem „Rechtfertigungsproblem“ was das Verhältnis der Zahl an Arbeitsplätzen pro Flächenverbrauch beträfe. Dabei dürfe Logistik nicht als unabhängige Branche betrachtet werden, sondern als elementarer Teil der Produktion, von der zahlreiche Arbeitsplätze der Region abhingen. Größere Entfernungen zu Infrastrukturknoten würden den Verkehr in den Ortschaften bzw. auf den Straßen erhöhen und die Umwelt mit nachweislich höheren CO2-Werten unnötig belasten sowie die Wirtschafskraft mindern.
Zusammenfassend waren sich Veranstalter, Referenten und Teilnehmer einig, dass ein Produktionsstandort mit hoher Exportquote wie die Region Ostwürttemberg zweifelsfrei auf die Ausweisung sinnvoller Logistikflächen angewiesen ist, um die Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft zu sichern und die Infrastruktur optimal und auch umweltschonend zu nutzen.

Digitalisierung als Chance

Prof. Dr. Tobias Bernecker zeigte in einem Vortrag auf, wie Gewerbeflächen für Logistik in Zeiten der Digitalisierung noch sinnvoller genutzt werden können. Auch er verdeutlichte, dass produktionsnahe Logistikflächen von volkswirtschaftlichem und umweltpolitis
chem Nutzen sind. Logistik werde zwar immer Flächen benötigen, durch Digitalisierung könne deren Nutzung jedoch effizienter gestaltet werden. Die Sorge, Digitalisierung führe zu Arbeitsplatzverlusten, relativierte Bernecker, da mit der neuen Entwicklung die Nachfrage nach Fachkräften sogar weiter steige.
Praktiker aus verschiedenen Unternehmen veranschaulichten außerdem anhand von vielfältigen Beispielen, wie innovative Digitalisierungsprojekte im Bereich Logistik bereits jetzt erfolgreich umgesetzt werden und dadurch neben Effizienzsteigerungen gleichzeitig ein Beitrag im Bereich Ressourcen- und Umweltschutz geleistet wird.

Voraussetzung: intakte Straßen-, Schienen und auch Breitbandinfrastruktur

Die Wirtschaft in Ostwürttemberg ist deshalb auf die Logistikdienstleister angewiesen. Die  bekannten Standorte am Industriepark Giengen/Herbechtingen oder auch in Ellwangen-Neunheim nutzen die Nähe zur A7. Aber auch darüber hinaus gibt es etliche Unternehmen, die in der Branche tätig sind und die Unternehmen sowie Menschen der Region mit Waren versorgen bzw. diese ausliefern. Eine intakte Straßen-, Schienen und auch Breitbandinfrastruktur ist eine der Voraussetzungen dafür.
Neben vielen Investitionen bzw. Erweiterungen ansässiger Betriebe soll auch auf dem Rinderberg, zwischen Nattheim und Oggenhausen ein neues Logistikzentrum mit über 13 Hektar Größe entstehen. Auch hier war die Nähe zur Autobahn wohl mit ein Grund für den Investor, dort zu investieren. Der Bedarf für solche großen zusammenhängenden Flächen lässt sich auch in anderen Städten in der Regel nur noch in der Nähe zu einem Autobahn-Anschluss realisieren.