Pendlerstatistik Ostwürttemberg

Über 64.000 Ein- und Auspendler

Immer mehr Beschäftigte legen täglich weite Strecken zur Arbeit zurück. Über die Regionsgrenze Ostwürttembergs pendelten im Jahr 2017 täglich über 64.000 Beschäftigte zwischen ihrem Arbeits- und Wohnort. Mit 36.250 Auspendlern war dieser Wert zwar so hoch wie noch nie, doch hat sich die Zahl der Einpendler im Zehnjahresvergleich mit 28.400 in 2017 um 45 Prozent deutlich gesteigert – ein Beleg für die gestiegene Attraktivität der Region, zum Leben und zum Arbeiten.

Hohe Attraktivität für Einpendler aus dem Raum Stuttgart

Für Einpendler ist Ostwürttemberg zunehmend attraktiver. So pendelten im Jahr 2017 rund 28.400 Menschen und damit 13 Prozent der Beschäftigten am Arbeitsort in die Region Ostwürttemberg. Zehn Jahre zuvor waren dies nur 19.600 Einpendler, somit ergibt sich ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Jahr 2007. Gerade für den Stuttgarter Raum scheinen die Arbeitsplätze in der Region interessant zu sein. Ganze 39 Prozent der Einpendler nach Ostwürttemberg kamen 2017 von dort – mit gestiegener Dynamik in den letzten Jahren. Auch ist das Pendeln für Menschen aus Bayern attraktiv. 36 Prozent der Einpendler stammen aus den dortigen Nachbarregionen. Aus den Regionen Heilbronn-Franken und Donau-Iller leben 13 Prozent bzw. 11 Prozent der Einpendler.
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Rund 36.250 Menschen wohnten 2017 in Ostwürttemberg und arbeiteten außerhalb der Region. Das sind über 25 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Der Anteil der Auspendler an den Beschäftigten am Wohnort hat damit mit knapp 16 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Über die Hälfte aller Auspendler fährt täglich in den Großraum Stuttgart, um sich ihre Brötchen zu verdienen. Weitere 22 Prozent arbeiten in Bayern. Zudem sind die Region Donau-Iller und Heilbronn-Franken attraktive Arbeitsorte für die Ostwürttemberger.
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Die Landkreise im Fokus

Im Landkreis Heidenheim pendelten im Jahr 2017 rund 21 Prozent der Beschäftigten ein. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Ostalbkreis mit 16 Prozent. Sowohl die Zahl der Einpendler als auch die Zahl der Auspendler ist in den letzten Jahren in beiden Landkreisen weiter gestiegen. Waren im Jahr 2007 noch 19 Prozent der Beschäftigten im Landkreis Heidenheim Auspendler, lag dieser Wert 2017 bei 25 Prozent. Im Ostalbkreis betrug die Auspendlerquote 2017 knapp 18 Prozent.
Für die Zunahme der Pendlerzahlen gibt es mehrere Ursachen. Zum einen hat die Beschäftigung insgesamt zugenommen, zum anderen hat sich die Mobilitätsbereitschaft der Menschen verändert. Eine hohe Mobilität wird als selbstverständlich erachtet. So sind heute viele Beschäftigte bereit, einen längeren Arbeitsweg auf sich zu nehmen. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine attraktive und leistungsfähige Infrastruktur für Ostwürttemberg noch mehr an Bedeutung. Zudem ermöglichen neue Arbeitsmodelle, wie das Home Office, das zeitweise Umgehen der Anstrengungen des Pendelns.

Negativer Pendlersaldo trotzt steigender Attraktivität Ostwürttembergs

Im Vergleich zum Jahr 2015 hat sich der Pendlersaldo (Einpendler-Auspendler) der Region verschlechtert. Lag dieser in 2015 noch bei -6.044, ist er in 2017 auf -7.854 gesunken. Diese Entwicklung zeigt auch, dass sich Ostwürttemberg als günstiger und attraktiver Wohnraum besonders für Auspendler anbietet, die in städtischen Zentren arbeiten. So ist das Verdienstniveau in Zentren wie Stuttgart zwar überdurchschnittlich höher; die dortigen Lebenshaltungskosten sind es jedoch auch.
Als erfreuliche Entwicklung bleibt festzustellen, dass die gestiegenen Zahlen der Ein- und Auspendler ein Indiz dafür sind, dass Leben und Arbeiten in Ostwürttemberg an Attraktivität gewonnen hat.
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
 
FAQ:
Auspendler sind Personen, die ihre Wohnsitzgemeinde zum Arbeiten verlassen.
Einpendler sind Personen, die zum Arbeiten in eine Kommune kommen.
Auspendlerquote: Anteil der Auspendler an den Beschäftigten am Wohnort.
Einpendlerquote: Anteil der Einpendler an den Beschäftigten am Arbeitsort.
 
Katrin Mager, Referentin Geschäftsfeld Standort