Aufstieg mit Weiterbildung 2020

Bereit für morgen

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Die Zukunft der beruflichen Bildung

Personalentwicklung und Weiterbildung sind für den beruflichen Aufstieg bedeutende Merkmale für Erfolg, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation sowohl für die Unternehmen als auch für deren Mitarbeitende. Die Stärke einer Weiterbildung bei der IHK Ostwürttemberg liegt in der Nähe zu den Unternehmen der Region. Dozenten und Prüfer aus den Betrieben stellen Praxisnähe und Qualität der Seminare, Lehrgänge und Prüfungen sicher. Nicht zuletzt bietet die Höhere Berufsbildung hervorragende Chancen für die Fachkräfte von morgen.

Investition in die Zukunft: Fachkräfte

Fachkräfte sind DIE Investition in die Zukunft. Sie erhalten die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen; ebnen den Weg für wirtschaftliches Wachstum und generieren damit Wohlstand und Lebensqualität in einer Gesellschaft. Mit dem demografischen Wandel sind diese Faktoren in Gefahr. Die alternde Gesellschaft  in Deutschland verstärkt den Fachkräftemangel und sorgt dafür, dass in bestimmten Regionen und Branchen offene Stellen nicht mehr mit entsprechend qualifizierten Fachkräften besetzt werden können. Zwar konstatiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie keinen flächendeckenden Mangel, doch gerade Süddeutschland und die neuen Bundesländer sind von der verschärften Fachkräftelage besonders betroffen. Die aktuelle KOFA-Studie aus 2019 spricht davon, dass in Bayern und Baden-Württemberg ca. zwei Drittel aller Stellen als Engpassberufe gelten.
Ein Vergleich der DIHK-Konjunkturumfragen von 2010 bis 2019 zeigt, dass Unternehmen den Fachkräftemangel als stetig größer werdendes Risiko einschätzen. Gaben zu Jahresbeginn 2010 nur 16 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko an, waren es im Herbst 2018 bereits 62 Prozent und Anfang 2019 immerhin 61 Prozent. Diese Sorge um den Fachkräftemangel sowie um gestiegene Arbeitskosten haben auch Auswirkungen auf die Investitionsabsichten von Unternehmen.

Digitalisierung der Arbeitswelt

Dabei sind Investitionen enorm wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, vor allem wenn es gilt, dem digitalen Wandel zu begegnen. Die Digitalisierung fordert neue Produkte und Technologien als auch eine Veränderung der Arbeitsprozesse. Eine Investition in diesem Bereich ist unabdingbar, um am Markt zu bleiben. Nur mit qualifizierten Fachkräften lassen sich der Digitalisierungswandel gestalten und Innovationsprojekte umsetzen.

Wie kann dem Fachkräftemangel nachhaltig begegnet werden?

Laut der „IHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2018“ ist die höhere Berufsbildung der Schlüssel zur Lösung. Achim Dercks, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), fasst die Studie in wenigen Worten zusammen:
„Wer als beruflich qualifizierte Fachkraft motiviert ist und in die eigene Weiterbildung investiert, steigt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Karriereleiter weiter nach oben.“
Bei der genannten Studie wurden 17.595 Absolventen der Prüfungsjahrgänge 2012 bis 2017 der höheren Berufsbildung nach ihren Motiven und Erfolgen befragt.
Zentrale Gründe für die Teilnahme an einer Weiterbildung liegen
  • mit 66 Prozent in dem Wunsch, beruflich aufzusteigen sowie
  • mit 46 Prozent in der Erzielung eines höheren Einkommens.

Mehrwerte der beruflichen Bildung

Die beruflichen Vorteile und die persönlichen Erfolge der Weiterbildungsteilnehmenden sprechen für sich. 65 Prozent der Teilnehmenden konstatieren einen positiven Effekt der Weiterbildung auf die berufliche Entwicklung. Dies macht sich am häufigsten durch die drei wichtigen Erfolgsfaktoren bemerkbar, die sich nach der Weiterbildung einstellen:
  • eine höhere Position im Job
  • eine finanzielle Verbesserung des monatlichen Gehalts
  • die Steigerung der Sicherheit des Arbeitsplatzes
Zusätzlich stimmen 85 Prozent der Befragten zu, dass die Weiterbildung sie persönlich weitergebracht hat. Dies äußert sich vor allem darin, dass Absolventen ihren Blickwinkel erweitern, ein besseres Verständnis erwerben und einen Zugewinn an Souveränität wahrnehmen. Diese positiven Werte zeigen, dass durch Qualifizierung in der beruflichen Bildung die Fachkräfteengpässe geschlossen werden können. Die höhere Berufsbildung stellt damit die Weichen für eine erfolgreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft.
Das hat auch die Bundesregierung erkannt und will die höhere Berufsbildung stärken, indem sie die Berufsorientierung an Gymnasien und weiterführenden Schulen zugunsten der beruflichen Bildung sowie das Aufstiegs-BAFÖG verbessert. Wer sich also zum Handwerks- oder Industriemeister, zum Techniker, Wirtschaftsfachwirt oder Betriebswirt fortbilden will, wird ab August 2020 noch besser unterstützt. Das sieht ein Gesetzentwurf zur Reform des Aufstiegs-BAföG vor, den das Kabinett im September 2019 verabschiedet hat.
Zudem sind passendere Abschlussbezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse im Gespräch – zum Beispiel würde die Bezeichnung „Bachelor Professional“ die Gleichwertigkeit der berufsbildenden Abschlüsse zu akademischen Bildungsabschlüssen herausstellen. Schließlich qualifizieren sich Meister und Fachwirte auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR). Technische Betriebswirte und Betriebswirte erlangen sogar mit ihrer Qualifikation das Niveau 7 des DQR, welche gleichrangig mit dem akademischen Masterabschluss ist.
Ausbildungsberufe als auch Fortbildungsabschlüsse werden sukzessive in die digitale Welt überführt. Die IHK-Organisation hat gemeinsam mit Fachverbänden die Entwicklung des neuen Berufs „Kaufmann für E-Commerce“ sowie des „Fachwirts für E-Commerce“ begleitet. Damit wird der Aufbau digitaler Kompetenzen als Schlüsselqualifikation für Fachkräfte vorangetrieben und die Aus- und Weiterbildung zukunftsfähig gemacht.

Wohin geht es?

Der in den letzten Jahren begonnene Wandel „From Teaching to Learning“ im Bildungssystem wird auch die Berufsbildung durchdringen. Dabei wird es zukünftig wichtig sein, individualisierte Lehr- und Lernformen anzubieten. Zum einen müssen diese den Bedürfnissen der „Digital Natives“ nachkommen und zum anderen der Generation „Analog“ gerecht werden. Junge Menschen, die mit Medien aufwachsen, wünschen sich neben dem klassischen Präsenzunterricht auch ergänzend E-Learning-Formate in Form von Lernapps, Lernvideos usw. Gerade für die Prüfungsvorbereitung lassen sich diese, selbst vom Lernenden gesteuerten Formen kombinieren durch Videokonferenzen mit Dozentinnen und Dozenten, bei denen gezielt Fragen zum Lerninhalt gestellt und kooperativ bearbeitet werden können.
Inhaltlich muss sich die Weiterbildung zukünftig auch um das Thema Entrepreneurship kümmern, insbesondere um die Förderung einer Gründungskultur und der Unternehmensnachfolge in der Region voranzubringen. Dabei wird das Thema „Design Thinking“ zur Entwicklung neuer Technologien und das Thema „New Work“ zur Aktualisierung und Digitalisierung der Arbeitskultur eine große Rolle spielen. Arbeitnehmer und -nehmerinnen wollen zukünftig demokratisch mitwirken, agil arbeiten und flexibler in Bezug auf Arbeitsort und -zeit sein.

Angebote der IHK Ostwürttemberg

Mit dem neuen Weiterbildungsprogramm für das Jahr 2020 schließt die IHK Ostwürttemberg an diesen positiven Zukunftstrend an und bietet auf den folgenden Seiten einen Einblick in das umfangreiche und vielfältige Angebot zur beruflichen Qualifizierung in der Region.
Andrea Bläsing, Geschäftsbereich Weiterbildung der IHK Ostwürttemberg